Wie werden unterschiedliche Flugkurven bewusst geplant und ausgeführt?
In unserem letzten Beitrag habt ihr erfahren, dass es verschiedene Ursachen gibt, warum eine Flugkurve entsteht (z. B. Slice). Dabei spielen auch äußere Einflüsse wie Schräglagen oder Seitenwind eine Rolle.
Damit ihr diesen Faktoren künftig besser begegnen könnt, zeigen wir euch diesmal einen Weg, wie ihr aus einer neutralen Lage eine gewünschte Flugkurve gezielt spielen könnt.
Dazu empfehlen wir euch drei Gedankenschritte:
1. Entscheidung treffen
Wie bei jeder zielgerichteten Bewegung steht am Anfang eine klare Entscheidung:
Soll der Ball als leichte Rechtskurve (Fade) zum Ziel fliegen?
Oder als Linkskurve (Draw)?
Wichtig ist, dass ihr euch den Flugverlauf klar vorstellt.
Beispiel:
Stellt euch mit einem Eisen 7 eine leichte Linkskurve (Draw) zum Ziel vor.
Je klarer das innere Bild, desto einfacher wird die Umsetzung.

2. Schlagfläche und Schwungrichtung verstehen
Im zweiten Schritt geht es darum zu verstehen, wie die gewünschte Flugkurve entsteht.
Für eine leichte Linkskurve (Draw) gilt:
- Die Schlagfläche zeigt leicht rechts vom Ziel (ca. 1–2°)
- Die Schwungrichtung verläuft noch weiter nach rechts (ca. 4–6°)
Dadurch ist die Schlagfläche im Verhältnis zur Schwungrichtung leicht geschlossen.
Das führt dazu, dass:
- der Ball leicht rechts startet
- und dann nach links zum Ziel zurückkurvt
Wichtig dabei:
Der Ball sollte möglichst mittig auf der Schlagfläche getroffen werden (Sweet Spot).

3. Orientierung über einen Referenzpunkt
Ein zentrales Problem im Golf ist:
Während des Schlages schaut ihr nicht zum Ziel.
Das erschwert die Orientierung.
Ein einfacher Trick hilft:
Sucht euch einen Referenzpunkt auf dem Boden:
- zwischen Ball und Ziel
- maximal etwa einen Meter vor dem Ball
Das kann ein Divot oder eine kleine Auffälligkeit im Gras sein.
Dieser Punkt bleibt in eurem Sichtfeld, während ihr zum Ball schaut.
So könnt ihr besser einschätzen:
- wohin die Schlagfläche zeigt
- in welche Richtung ihr den Schläger schwingt

4. Gefühl entwickeln
Zum Schluss geht es um das Bewegungsgefühl.
Fragt euch:
- Wie fühlt sich ein Schwung nach rechts an?
- Wie fühlt sich eine geschlossene oder offene Schlagfläche an?
Am Anfang wird sich das ungewohnt anfühlen.
Das ist normal.
Neue Bewegungen brauchen Wiederholung, bis sie sich natürlich anfühlen.

Die wichtigsten Regeln im Treffmoment
Zur Orientierung könnt ihr euch folgende Zusammenhänge merken:
- Draw (leichte Linkskurve)
→ Schlagfläche leicht geschlossen zur Schwungrichtung - Hook (starke Linkskurve)
→ Schlagfläche stark geschlossen zur Schwungrichtung - Fade (leichte Rechtskurve)
→ Schlagfläche leicht geöffnet zur Schwungrichtung - Slice (starke Rechtskurve)
→ Schlagfläche stark geöffnet zur Schwungrichtung
Viel Spaß beim Ausprobieren
Euer AGS Team

